„Schwarz-Weiß ist radikaler“

Sie ist eine der bewusstesten und kritischsten Comic-Künstlerinnen, die ich kenne. Sich mit ihren Einsichten in  und Ideen für die Kunst des Comics zu konfrontieren, empfinde ich als große Bereicherung: Deswegen bringt unser kleines comickritik.de-Magazin hier bereits zum zweiten Mal ein Interview mit Zeina Abirached. Anlass ist, dass ihr großartiger, polyphoner Comic-Roman „Piano Oriental“ schon jetzt vom Avant-Verlag auch auf Deutsch herausgegeben worden ist. Ursprünglich war dazu eine klassische Kritik geplant. Aber was Abirached sagt, finde ich viel schlauer, als das, was ich zu ihrem Buch sagen könnte. Und dann war das  Interview nun mal geführt, und  nicht immer sind die Leute, die Interviews meinen, redigieren zu können, dazu auch wirklich in der Lage. In einer gekürzten, aber originalgetreuen Übersetzung aus dem Französischen und vom Telefonmitschnitt in Schrift klingt das Gespräch, das ich am 1. September mit Zeina Abirached geführt habe so:

Frau Abirached, erzählt Piano Oriental eine wahre Geschichte?

Zeina Abirached: Aber ja, das ist wirklich die Geschichte meines Urgroßvaters Abdallah Kamanja.

… ich frage das, weil die Geschichte wirkt, wie eine Parabel.

Das ist auch in Frankreich vielen so gegangen. Und doch ist alles, was ich im Buch erzähle, so passiert, oder so ähnlich. „„Schwarz-Weiß ist radikaler““ weiterlesen