Ein ganz gleiches Paar

Gerade wenn es um Komik geht, weicht der Comic von anderen erzählerischen Künsten auf bemerkenswerte Weise ab. Die nutzen trivialerweise – nein, trivial ist ein zu hartes Wort. Aber: Mit ungleichen Paaren Komik zu erzeugen, ist in der Literatur und im Film der klassische Weg. Das ergibt bereits eine oberflächliche Sichtung: Bei amazon finden sich zu der Phrase 104 Einträge im DVD/BR-Regal. Die ganze neuzeitliche Literaturgeschichte hindurch lacht man über die Wiedergänger von Sancho Pansa und seinen Herrn.  Dass sich für die neuzeitlichen Komik-Theorien Komik „aus einer überraschend wahrgenommenen Inkongruenz“ ergibt, „die auf unterschiedliche Strukturformeln gebracht wird“ konstatiert völlig zurecht auch das handliche Metzler-Literaturlexikon: „Gemeint ist der Kontrast.“ Das weiß eigentlich jeder: Ohne Sganarelle oder Leporello wäre Dom Juan nur ein Fickmonster, ohne Stan wäre Oliver Hardy vermutlich nur dick. Und ohne seinen Herrn bliebe Jacques der Fatalist eine trübe Tasse.

„Der ästhetische Witz, oder der Witz im engsten Sinne“ ist dagegen laut Jean Pauls Vorschule der Ästhetik „der verkleidete Priester, der jedes Paar kopuliert“. Mit Ausnahme derer, die einander gleichen. Im Comic: Ist es genau umgekehrt. Das belegen nun wieder „Kinky und Cosy“, die Nervmädel von Nix, die jetzt auf dem deutschen Markt für Unheil sorgen. „Ein ganz gleiches Paar“ weiterlesen