Familienhölle, die alle meint

Was wirklich schmerzt, steht gar nicht drin in diesem Comic. Dabei mangelt es ihm nicht an Grausamkeiten: Da ist ein Knabe, dessen kaltherzige Oma ihn einsperrt, prügelt und ihn gegen seinen Willen als Mädchen aufzieht. Da ist Opas besoffener Besucher, der unbedingt mit ihm „Hoppe hoppe Reiter“ spielen will. Und da sind die Jungs von nebenan, die ihm mit gezücktem Taschenmesser versuchen, im das Kleid vom Körper zu reißen. All das treibt die Geschichte voran, weil es eben ein Junge ist, der diese sexualisierte Gewalt erfährt – weil seine Enttarnung auf dem Spiel steht. Richtig bitter aber ist, dass der Terror für viele tatsächliche Mädchen völlig alltäglich ist. „Familienhölle, die alle meint“ weiterlesen

Ganz bestimmt kein Bilderbuch

Dass Comics sind Kinderkram seien, war bis vor ein paar Jahren zumindest hierzulande noch unbestritten. Da lagen „Micky Maus“ und „Yps“ im Supermarktregal, und wer als Ausgewachsener noch einen Comic in die Hand nahm, der griff zu „Asterix“– weil er den eben als Kind schon so gerne las. Doch seit Comics Graphic Novels heißen, im Feuilleton besprochen werden und immer öfter auch Ausstellungen bespielen, da macht ein Verlag wie Reprodukt plötzlich Furore damit, eine völlig neue Sparte ins Programm zu nehmen: Comics für Kinder. „Ganz bestimmt kein Bilderbuch“ weiterlesen