„Eher schlecht als recht verdrängt“

»Papa sprach nicht von seiner Familie. Oder nur selten. Ihm waren nur drei Fotos geblieben.« Die Kindheit des belgischen Comiczeichners Michel Kichka ist geprägt vom Schweigen des Vaters, der Buchenwald, Bergen-Belsen, Auschwitz und einen Todesmarsch überlebt hat. Vier Kinder bekommt er nach dem Krieg, die die Namen seiner ermordeten Familienmitglieder tragen – jedes Kind ein »Sieg über die Boches«. Ein teuer erkaufter Sieg jedoch. „„Eher schlecht als recht verdrängt““ weiterlesen

„Wir wollen nur unser Erbe zurück“

»Warschau interessiert mich nicht! Wir wollen nur unser Erbe zurück«, erklärt Regina Segal ihrem Sitznachbarn während des Fluges von Tel Aviv Richtung Polen. Segals Familie gehörte vor der nationalsozialistischen Besatzung eine Immobilie, die sie mit Hilfe ihrer Enkelin Mika, ihre Begleitung auf der Reise in die Familiengeschichte, und eines Warschauer Anwalts zurückerstattet zu bekommen hofft. Bereits während des Fluges stellt sich jedoch heraus, dass das titelgebende »Erbe« mehr umfasst, als lediglich die Restitution früheren Familienbesitzes. Ein solches Erbe ist auch der Staat Israel, der nicht nur symbolisch, sondern ganz konkret in Gestalt des Ben-Gurion-Flughafens den Ausgangspunkt des Comics bildet, den Ort, von dem aus die Familie Segal in ihre eigene Familiengeschichte startet, von der Realität des Sicherheitschecks in die Realität der Vergangenheit. „„Wir wollen nur unser Erbe zurück““ weiterlesen