Comics, die keiner kennt

Erbaulich sind die Comics des Belgiers Carl Roosens nicht gerade: Auf vollgestopften Zeichnungen wimmelt es von Gestalten mit verzerrten Fratzen, die es wenig lustvoll miteinander treiben. Ein nackter Riese mit Dreitagebart hebt spielerisch ein parkendes Auto in die Luft, während er einem anderen aufs Dach pisst. Die Szenen sind roh und skizzenhaft, spiegeln eher alptraumhafte Eindrücke als linear erzählte Geschichten.

Zumindest diese Station der Ausstellung „Belgische Independent-Comics – Zwischen Alltagskultur und Avantgarde“ im „Projektraum 404“ weckt Erinnerungen an die Zeit, bevor die Comics es sich unter dem Label „Graphic Novel“ im Kulturbetrieb gemütlich gemacht haben. Und natürlich ist das Absicht.

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