Noch immer nichts zu lachen

Obwohl sein eigener Autor, Alan Moore, das dünne Büchlein erklärtermaßen nicht besonders leiden kann, ist „The Killing Joke“ eine der wichtigsten Batman-Geschichten aller Zeiten. Je nachdem, wen man so fragt, liegt das entweder an Moores philosophischem Gebrasel über Macht und Moral (das war damals eben so üblich), oder daran, wie einfühlsam und psychologisch klug konstruiert Moores Joker rüber kam. Oder aber – und das ist angesichts der am Wochenende an den Start gegangenen Verfilmung das einzig interessante – weil der Band eine Sexismusdebatte losgetreten hat, die einer ganzen Autoren-Generation nachhaltig in den Arsch getreten hat. Nur bei den Machern des Films ist sie offenbar nicht angekommen. Sie wollten zwar irgendwas besser machen, hatten sie erklärt. Am Ende ist dann aber erst mit ihrer Hilfe eine richtige Vollkatastrophe aus Moores problematischem Comic-Klassiker geworden. „Noch immer nichts zu lachen“ weiterlesen

Schwein mit Maske

„Batman v. Superman: Dawn of Justice“ ist ein schlechter Film. Das sagt die Kritik und nach anfänglicher Euphorie scheint die leider wahre Erkenntnis nun auch bis ins Szene-Publikum durchgesickert zu sein. Comicfans haben ein wenig gebraucht, ihr im Allgemeinen nicht ganz unberechtigtes Misstrauen gegenüber professioneller Filmkritik zu überwinden. Das dürfte an einem Missverständnis liegen, dem nicht nur Hollywood aufgesessen ist, sondern das so bis heute auch in der Comicgeschichte festgeschrieben ist. Dieses Missverständnis trägt den Namen Frank Miller. „Schwein mit Maske“ weiterlesen

Der Comic ist die Rettung

Im Anfang ist die Zersplitterung: Als Projektionen geistern, fragmentiert, in Ultra-Nahaufnahme, die Gesichter der SpielerInnen, hier ein Auge, da ein Mund, über die in riesige Rahmen gespannten Leinwände, hinter denen sich zugleich ihre Silhouetten bewegen. Die ganze Bühne beherrscht diese verwinkelte Holzkonstruktion, die wirkt wie die vage Erinnerung an eine expressionistische Stadt. Oder wie chaotisierte, ineinander geschobene und in die Dreidimensionalität getretene Comic-Panels: Die ganze Welt ist aus den Fugen, hier, im Moks, der Spielstätte der Jugendsparte des Bremer Theaters. Von irgendwo schräg hinten kratzt röchelnd eine Geige. Immer wieder sprotzt sie denselben verendenden Ton in den dunklen Raum. „Der Comic ist die Rettung“ weiterlesen