Fix und Foxi im Krieg

Den 100. Geburtstag von Rolf, eigentlich Rudolf Kauka hat Comickritik nicht gebührend gefeiert. Sein Einfluss ist heute verblasst, er war uns nie lieb, aber Wenigstens nachträglich ist er aber Anlass genug, um auf die Klärung eines biografischen Fakts zu drängen. Während es in der großen Ausstellung im Wilhelm Busch Museum Hannover noch einigermaßen ungenau, wenn auch unbestreitbar wahr, hieß, Kauka habe den Zweiten Welkrieg „überlebt“, lassen sich Stationen dieses Überlebens durch Anfragen auffinden – und diese wiederum aufs Schaffen lenken: Es geht nicht um Denunziation. Aber auch jenseits einer Einschätzung darüber, ob Kauka ein Reaktionär war – wofür vieles spricht – oder ein Neuerer, wäre interessant, zu untersuchen, welche Spuren der Krieg in seinem Beitrag zur Comickunst hinterlassen hat: Er hat ja für Viele in Westdeutschland und Österreich den Blick aufs Medium geprägt. In diesem Beitrag geht es darum, diese Frage aufzuwerfen. „Fix und Foxi im Krieg“ weiterlesen

Gerahmte Diskurse

„Faschismus, Rassismus, Armut, sexuelle Diskriminierung – kurz:  die Übel unserer Welt rücken immer stärker in den thematischen Mittelpunkt der Kunstgattung Comic.“ So heißt es bei den Linken Buchtagen Berlin, die darum bereits seit drei Jahren ausgewählte Comics in Form als Ausstellung im Mehringhof Kreuzberg zeigen.

Das ist gut, richtig und wichtig – aber erstens nur in Berlin und zweitens längst vorbei. Comickritik und Ausstellungskurator Jonas Engelmann dokumentieren die Exponate darum in der nächsten Zeit in loser Folge unter diesem Label.

Alle lieben Haifisch

Weil Liebe keinen Preis hat, wie der Heilige Hieronymus in einem Brief an seinen Freund Rufin feststellte, war Anna Haifisch beim Erlanger Comicsalon dieses Jahr leer ausgegangen. Von der Moderatorin bis zur Max und Moritz-Gewinnerin hatten doch alle klar gesagt und bekannt, dass der beste deutsche Comic des Jahres Haifischs Erstling „Von Spatz“, erschienen beim kleinen Kasseler Rotopol-Verlag, gewesen sei. Was ja stimmt. Und dass ihre gerade bei Reprodukt herausgekommenen The Artist-Strips die ganze Community  schon begeistert hat, als sie noch, Woche für Woche, als Comic-Kolummne im Vice-Magazin herauskam. Was ja auch wahr ist.  Ebenso, wie, dass sich alle freuen, dass diese auto- und metierreflexive Serie in eine weitere Runde gegangen ist.

Alle lieben also Anna Haifisch. Und die muss mit dieser Last jetzt leben. Dazu noch den Ruhm eines Preises zu tragen, gleich für das erste, abendfüllende Album – das hätte die Jury der jungen Frau offenbar nicht zumuten mögen. Das ist sehr human. „Alle lieben Haifisch“ weiterlesen